Hunde brauchen einen Rückzugsort

veröffentlicht am 23. November 2015 in Allgemein, Ratgeber von

Vielleicht denkst Du Dir, warum sollte mein Hund einen eigenen Rückzugsort haben? Er kann doch einfach auf dem Sofa, Bett oder einfach auf dem Boden liegen. Dass Dein Hund dort jedoch jederzeit eine erholsame Pause einlegen kann ist ein menschlicher Trugschluss. Ein Hund braucht klare Regeln, es fällt Deinem Vierbeiner schwer zu differenzieren warum er etwas „nur manchmal“ darf, durch solche abwägungsfälle verliert ein Hund im schlechtesten Fall das Vertrauen als entscheidungsstarken Führer in sein Herrchen. Dieses ist aber für sein eigenes Rollenverständnis sehr wichtig. In diesem Artikel werden Informationen gegeben, die dafür sprechen einem Hund seinen eigenen Rückzugsort zu geben und welche Vorteile es in der Erziehung bringen kann. 

Ein Hund braucht RuhezeitenWie viel Ruhe braucht ein Hund?

Ein Hund schläft mehr als Du denkst! Ein gesunder Hund hat ein Schlafbedürfnis von 17- bis 20 Stunden. Ein Tier mit Deprivationssyndrom sollte sogar 20- bis 22 Stunden schlafen. Ein Hund hat ein Deprivationssyndrom, wenn er in seiner Prägungsphase nicht viel kennen gelernt hat und deswegen bei neuen, ungewohnten Reizen sehr gestresst ist. Hunde verarbeiten in ihrem Schlaf alle Eindrücke, die sie während des Tages gesammelt haben. Bekommt Dein Hund zu wenig Schlaf, kann das Stress auslösen. Dies kann nicht nur zu Krankheiten führen, sondern auch zu Verhaltensproblemen. Wenn ein Hund einen eigenen Rückzugsort hat, dann sucht er von selbst diesen Ort auf, wenn er müde ist. Falls er dies nicht tut, kannst Du es ihm sagen. Dies ist bei manchen Hütehunden der Fall. Diese wissen oft nicht, wann sie sich ausruhen müssen. Das kann in verschiedenen Konfliktsituationen die im weiteren Verlauf aufgezeigt werden zu Problemen im Verständnis zwischen Mensch und Hund führen.

Auch Kindern helfen Regeln im Umgang mit Hunden

Es ist oft schwierig Kinder und Hunde unter einen Hut zu bringen. Für Kinder sind Hunde oft das Größte und sie wollen immer mit ihnen spielen. Dein Vierbeiner hat es aber verdient, dass er sich ausruhen darf. Ansonsten hast Du bald Probleme mit Deinem besten Freund. Werden die Warnzeichen des Hundes übersehen, dann kann es zu Beißvorfällen kommen. Diese sind meistens zu subtil um von Kindern bemerkt zu werden. Es handelt sich hier um die Calming Signals, diese sind Gähnen, Lefzen schlecken und Kopf wegdrehen. Doch wie sollst Du Deinem Kind erklären, wann es den Hund streicheln darf und wann nicht? Oft verstehen es Kinder besser, wenn Due ihnen erklärst, dass der Hund nicht gestört werden darf, wenn er in seinem Rückzugsort ist.

Mit Hund Besuch bekommen

Viele Hunde haben einen ausgeprägten Wachtrieb und bellen, wenn sie an der Tür etwas hören. Dies kann aber lästig werden. Du kannst dich nicht mehr richtig entspannen oder Deine Nachbarn regen sich über den Lärm auf. Viele Hunde können mit einem einfachen „nein“ nicht viel anfangen. Sie wissen zwar, dass sie nicht mehr Bellen sollten, aber nicht was sie stattdessen tun sollten. Wenn Hunde einen gut aufgebauten Rückzugsort haben, können Sie ihren Hund zum Rückzugsort schicken. Damit signalisierst Du ihm, dass alles in Ordnung ist und was er anstelle von bellen machen soll.

Du bekommst Besuch und Dein Hund freut sich zu sehr

Für viele Hunde ist ein Besuch das Tollste. Sie wollen ihn begrüßen und sich Streicheleinheiten abholen. Dabei gehen manche Hunde etwas rabiat vor und springen den Besuch an. Das artet oft in puren Stress aus. Wenn Sie einen gut aufgebauten Ruheort haben, können Sie ihren Hund dorthin schicken und dann begrüßen Sie den Besuch. Der Hund darf erst zu den Leuten, wenn er sich beruhigt hat. In den meisten Fällen hat sich der Hund etwas beruhigt und die Begrüßung fällt nicht mehr so enthusiastisch aus. Der Hund springt den Besuch also nicht mehr an.

Du bekommst Besuch und der Hund fürchtet sich

Für manche Hunde ist Besuch der reine Stress. Sie wissen nicht, ob die Leute die gerade zur Tür reingekommen sind, Ärger oder Freude bedeuten. Oft wollen sie ihre Familie vor Eindringlingen beschützen. Dies kann sich in bellen, knurren oder sogar beißen äußern. Wenn Du einen physikalischen Rückzugsort aufgebaut und diesen im Bewusstsein des Hundes verankert hast, kannst Du Deinen Hund dort hinschicken. Das signalisiert ihm, dass Sie alles im Griff haben und er Sie nicht beschützen muss. Dadurch kannst Du Dir viel Ärger ersparen.

Wer isst wann?

Wer kennt es nicht, Du bist gerade beim Essen und der Hund schaut Dich mit großen Augen an. Doch oft willst Du in Ruhe Deine Mahlzeit essen. Mit einem „Nein“ kann Dein Hund vielleicht nicht viel anfangen. In solchen Situationen kannst Du ihn zu seinem Rückzugsort schicken. So lernt Dein Hund, dass er beim Essen nichts beim Tisch verloren hat.

Unterschiedliche Rückzugsorte schaffen

Da die Vorteile eines festen Rückzugsortes im bisherigen eindeutig hervorgehoben und aufgezählt wurden, werden anschließend einige geschickte Lösungen einen solchen Ort zu schaffen vor vorgestellt. Es  gibt unterschiedliche Weisen, wie der Rückzugsort des Hundes gestaltet werden kann. Lese bitte weiter, um herauszufinden, welche Lösung für Dich und Deinen Vierbeiner die beste ist und Dein Liebling es schafft den Ort der Ruhe anzunehmen.

Klassiker: Hundebett

Das ist der klassische Rückzugsort. Es gibt unterschiedliche Modelle. Manche Vierbeiner mögen es eher kuschelig mit vielen Polstern oder als gefülltes Liegekissen wie hier zu finden, andere wiederum eher härter in Form einer Matte oder Decke. Achte auf Deinen Hund und suche das geeignete Hundebett aus. Du kennst Deinen Hund am besten. Wichtig dabei ist in erster Linie, dass der Hund sich wohlfühlt und eine klare Grenze zwischen Bett und umliegenden Bereich besteht.

Die Höhle: Hundebox

Hunde mögen gerne Höhlen. Eine Hundebox kann genau dies sein und Du musst ja das Tor nicht schließen oder kannst es sogar ganz abmontieren. Hast Du die Box gut aufgebaut, wird Dein Vierbeiner es als Oase anerkennen und die Box gerne als seinen Rückzugsort verwenden. Das empfiehlt sich vor allem wenn im Haus häufig viel los ist, wie es zum Beispiel mit kleinen Kindern der Fall sein kann.

Das Hundehochbett: Hundeliege

Eine Hundeliege ist ein Konstrukt, das so aufgebaut ist, dass der Hund nicht direkt am Boden liegt, sondern etwas erhöht. Dies ist ideal wenn der Fußboden kalt ist oder der Rückzugsort sich im Freien befindet. Die erhöhte Lage bietet dem Hund einen idealen Überblick auf seine Umgebung mit nur einem Blinzeln.


Für diesen Beitrag sind die Kommentare geschlossen.